Orthopädie-Technik - Wiederherstellung der physischen Leistungsfähigkeit

Orthopädie Technik - Orthesen- und Prothesenbau

Individuelle Lösungen für eine ausgezeichnete orthopädische oder prothetische Versorgung

Enge Partnerschaften mit dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg sowie mit weiteren Kliniken und niedergelassenen Orthopäden im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Bad Nauheim haben im Hause KAPHINGST® eine über 100-jährige Tradition. Auf Wunsch stehen unsere Orthopädie-Techniker auch Ihrem behandelnden Orthopäden in der Praxis beratend zur Seite. So vereinen sich medizinische und handwerkliche Kompetenzen im Sinne einer ausgezeichneten orthopädischen Versorgung.

Moderner Prothesenbau für Unter- und Oberschenkel sowie Knieexartikulation

Beim Prothesenbau geht es um die Wiederherstellung der Mobilität nach einer Amputation. Fast jede Amputation kann heute mit einer Prothese versorgt werden. Dabei haben sich moderne Prothesen inzwischen zu High-Tech-Medizinprodukten entwickelt, mit denen selbst Hochleistungssport betrieben werden kann.

Unsere Orthopädie-Techniker sind auf den Bau von Beinprothesen, besonders Unter- und Oberschenkelprothesen, sowie auf die Prothesenversorgung nach Knieexartikulation spezialisiert. Aus einer Reihe an Materialien und unterschiedlichen Passteilen wird ausgewählt, um nach individuellen Erfordernissen die optimale Prothese für Sie zu fertigen. In der Regel werden die Prothesen aus Gießharz mit Carbon oder nur aus Carbon gefertigt. Bei einer Fußamputation kommt ein industriell gefertigter Prothesenfuß zum Einsatz, der die Funktion des Fußes übernimmt. 

Wer nicht möchte, dass die Prothese auf den ersten Blick erkennbar ist, kann sich einen individuell gefertigten und anatomisch angepassten Schaumstoffüberzug für das von der Amputation betroffene Gliedmaß anfertigen lassen, um die Prothese kosmetisch zu verkleiden. 

  

Orthesen - orthopädische Hilfsmittel mit Funktion

Orthesen dienen in erster Linie der Fixierung oder Korrektur bei Deformitäten und Haltungsfehlern. Sie können die Gelenkfunktion ersetzen oder unterstützen. Je nach Indikation haben Orthesen die Funktion der Stabilisierung, Fixierung, Entlastung, Mobilisierung oder Immobilisierung. Manche Orthesen vereinen gleich mehrere Funktionen. Neben der Funktion steht auch die Passgenauigkeit an erster Stelle. Ihr Arzt entscheidet, ob eine konfektionierte Orthese ausreichend ist oder ob eine individuell angefertigte Orthese erforderlich ist.

Individuell in Funktion und Design

Modernste Materialien kommen beim Orthesenaufbau zum Einsatz: Eine Stahl-/Leder-Kombination, Carbon oder Kunststoff. Je nach Art der Orthese werden die unterschiedlichen Materialien eingesetzt. Um Sportler bei Nasenverletzungen beispielsweise schnell wieder ins Rennen zu schicken, haben wir uns auf die Anfertigung von Nasenschutzmasken aus Carbonfaser spezialisiert. Bei solchen Kontaktsportarten stehen Tragekomfort und hohe Stabilität im Vordergrund, um optimale Sicherheit zu bieten.

Bei einer individuell angefertigten Orthese lassen sich teilweise Farbwünsche oder spezielle Design-Vorstellungen berücksichtigen. 

Spezialform - Sitzorthese

Sitzorthesen, umgangsprachlich auch Sitzschale genannt, sind eine Körper bettende oder Körper richtende Hilfe für Patienten, denen das selbstständige Sitzen nicht möglich ist. Zu unseren Patienten gehören neben Erwachsenen auch Kinder, die wir während ihrer gesamten Wachstumsphase begleiten.

Je nach Stärke des Muskeltonus oder der Spastik fertigen wir individuelle Sitzorthesen, um so viel Selbstständigkeit wie möglich zu erzielen.
Unseren speziellen Sitzschalenbau erhalten Sie in unserer Niederlassung in Frankenberg! 

 

An den folgenden Standorten können Sie unser Leistungsangebot für Orthopädie-Technik nutzen!  

Greifen Sie auf unsere jahrzehntelange Erfahrung zurück! 

Sanitätshaus Kaphingst Marburg / Wehrda

Sanitätshaus Kaphingst Biedenkopf

Sanitätshaus Kaphingst Bad Nauheim

Sanitätshaus Kaphingst Homberg/Efze

Sanitätshaus Kaphingst Frankenberg (nur Sitzschalenbau)

 


Prothesen - Funktionalität und Therapieziel

Eine Amputation ist immer ein schwerwiegender Eingriff, der nicht nur körperlich sehr belastend ist. Nach dem Heilungsprozess gilt es, mit modernen Prothesen die Beweglichkeit und Mobilität so weit wie möglich wieder zurückzugeben. Dazu werden die einzelnen Passteile der Prothese auf die individuellen Erfordernisse hin angefertigt. 

Je nach Einsatz werden folgende Prothesen unterschieden:

Sportprothese

Normale, für den Alltag taugliche Prothesen, die für das Stehen und Gehen ausgelegt sind. Hier wird nach Mobilitätsgrad entschieden, welche Passteile verwendet werden.

Für sehr aktive Sportler/-innen bzw. Leistungssportler/-innen können Sportprothesen mit speziell geformten Carbonfederfüßen angefertigt werden. Diese Prothesen eignen sich insbesondere zum Sprinten und Springen, aber nicht für das normale Gehen. Darüber hinaus gibt es Sportprothesen, deren Prothesenaufbau individuell auf die jeweilige Sportart abgestimmt wird.

Badeprothese: Alltagstaugliche Prothesen sind nicht wasserfest. Der/die Amputierte benötigen deshalb eine spezielle Badeprothese, die für die Einflüsse des Wassers geeignet ist.

Sprint- und Sprungprothese

 

Der Prothesenschaft verbindet die Prothese mit dem menschlichen Körper, indem er den Stumpf einbettet. Gerade in der Anfangsphase verändert sich der Stumpf jedoch noch. Deshalb wird nach der Wundheilung zunächst eine Erst- bzw. Interimsprothese aus Kunststoff angefertigt. Nach ungefähr 3 bis 6 Monaten hat sich der Stumpf stabilisiert und seine Form gefunden. Dann erfolgt die Anpassung der endgültigen Definitivprothese, die nach individuellen Erfordernissen und Bedürfnissen gefertigt und angepasst wird. 

 

Die Prothese bzw. die Passteile der Prothese werden nach Mobilitätsgraden ausgewählt:

Mobilitätsgrad 0: Nicht gehfähig

Der/die Träger/-in ist aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes, selbst mit fremder Hilfe, nicht in der Lage sich mit der Prothese fortzubewegen.

Therapieziel: Die Prothese dient nur der kosmetischen Versorgung und evtl. einer Transferhilfe.

Mobilitätsgrad 1: Innenbereichsgeher

Der/die Träger/-in besitzt die Fähigkeit, sich mit der Prothese auf ebenen Böden im Innenraum langsam fortzubewegen. Gehdauer und Gehstrecke sind aufgrund des Allgemeinzustandes stark eingeschränkt.

Therapieziel: Die Prothese dient der Wiederherstellung der Stehfähigkeit und der eingeschränkten Gehfähigkeit in Innenräumen.

Mobilitätsgrad 2: Eingeschränkte Außenbereichsgeher

Der/die Träger/-in besitzt die Fähigkeit, sich mit der Prothese langsam fortzubewegen, und dies auch im Außenbereich. So können niedrige Hindernisse, wie Bodenunebenheiten, Bordsteine oder einzelne Stufen überwunden werden. Aufgrund des Allgemeinzustandes sind Gehdauer und Gehstrecke jedoch eingeschränkt. 

Therapieziel: Die Prothese dient der Wiederherstellung der Stehfähigkeit und der eingeschränkten Gehfähigkeit in Innenräumen und im Außenbereich.

Mobilitätsgrad 3: Uneingeschränkter Außenbereichsgeher

Der/die Träger/-in besitzt die Fähigkeit, sich mit der Prothese relativ frei zu bewegen. Die Gehfähigkeit ist im Innenbereich gar nicht und im Außenbereich nur unwesentlich eingeschränkt. So kann die Gehgeschwindigkeit im Außenbereich von mittel bis hoch verändert werden und die meisten, normalen Hindernisse ohne Probleme überwunden werden. Der/die Träger/-in kann sich auch im freien Gelände frei bewegen und berufliche, therapeutische oder auch sportliche Aktivitäten ausüben, die die Prothese nicht überdurchschnittlich mechanisch belasten.

Therapieziel: Die Prothese dient der Wiederherstellung der Stehfähigkeit sowie der im Innenbereich uneingeschränkten und im Außenbereich nur unwesentlich eingeschränkten Gehfähigkeit.

Mobilitätsgrad 4: Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen

Der/die Träger/-in besitzt die Fähigkeit, sich sowohl im Innen- als auch im Außenbereich unbeschränkt fortzubewegen. Die Gehdauer und die Gehstrecken sind nicht begrenzt. Die Prothese muss den besonders hohen Anforderungen, wie hohe Stoßbelastungen, Spannungen und Verformungen aushalten.

Therapieziel:Die Prothese dient der uneingeschränkten Wiederherstellung der Steh- und Gehfähigkeit.

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Funktionsweise von Orthesen 

 

Orthesen dienen der Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es gibt Orthesen für die untere Extremität, die obere Extremität und den Rumpf. Je nach Art der gewünschten therapeutischen Wirkung kommen unterschiedliche Orthesen zum Einsatz. Sind industriell gefertigte Orthesen zur Erreichung des Therapieziels nicht ausreichend, so kommen Orthopädie-Techniker ins Spiel, die eine Orthese speziell für den/die Träger/-in fertigen.

 

Orthesen für die untere Extremität:

  • Fuß-Orthese
  • Sprunggelenk-Fuß-Orthese
  • Dynamische Fußorthese
  • Knie-Orthese
  • Knie-Knöchel-Fußorthese
  • Hüft-Orthese
  • Hüft-Knie-Knöchel-Fuß-Orthese

Orthesen für die obere Extremität und den Rumpf:

  • Rückenorthese
  • Rumpforthese
  • Cervical-Orthese
  • Schulter-Ellenbogen-Orthese
  • Orthese für das Handgelenk
  • Daumenorthese

Therapeutische Funktionsweisen von Orthesen:

  • Entlastung: Die mechanische Belastbarkeit einzelner Gelenke oder Körperregionen wird reduziert.
  • Fixierung / Immobilisation: Gelenk und/oder Gliedmaße werden vollkommen ruhig gestellt. Dazu wird das Gelenk mit einer Gelenksperre fixiert. 
  • Führung: Die Gelenkbewegungen sollen geführt werden, um unbedachte Bewegungen zu vermeiden.
  • Korrektur: Gelenkfehlstellungen sollen langsam wieder in die normale Stellung zurückgeführt werden.
  • Mobilisation: Kontrollierte Bewegungen von verletzten oder erkrankten Gelenken, um sie so weit wie möglich zu ihrer Funktionsfähigkeit zurückzuführen.
  • Stabilisation: Instabile Gelenke oder Gliedmaße werden so lange gestützt, bis sie sich wieder stabilisiert haben.

 

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